Die Kultur Passaus

Tracht

 

Fünfzehn Jahrhunderte später findet man die ersten Wurzel der modernen Bayerisch-Alpinen Tracht: verschönerte, kurze Lederhose mit Hosenlatz und oft mit einem Federkiel bedeckte Gürtel.

Jedoch wurden im Laufe der Zeit einige Hosenstile geächtet; so geschehen im Jahre 1610 in Bayern als auch in Tirol, hier wurden unter anderem enge Hosen gesetzlich verboten: „Glat hosen straff!“ Einige unerwünschte Stile überlebten dennoch solchen Widerstand, wie z.B. die „Pluderhosen“ (lockere türkische Hose), welche immer noch von der ländlichen Bevölkerung angezogen wurden. Die Verschönung der Lederhosen fing in der Mitte des 17. Jahrhunderts an.

Zusätzlich wurden frühe Lederhosen farbenprächtig oder „geschmitzt“, d.h. sie standen in Gelb, Grün, Rot oder Blau zur Verfügung, aber ab 1650 wurde in Tirol Schwarz die häufigste Hosenfarbe und Bayern übernahm diesen ungefärbten Vorzug und die Farbvielfalt existierte nur bis zum 18. Jahrhundert.

Trotz der allgemeinen Existenz von Stickerei auf Lederhosen, blieben die Hosen in Bayern, noch bis zum Jahr 1809 ohne Bestickung. In dieser Zeit erregte das Leben auf dem Land viel Begeisterung und so gingen die meisten Darstellungen darum. Die Einfachheit des bäuerlichen Lebens und der Alltag anderer Arbeiter auf dem Land, von Holzfällern und Knechten wurden auch häufig künstlerisch beschrieben. Als Folge dieser Leidenschaft haben wir ausreichend Dokumentation von Tracht des frühen 19. Jahrhunderts.

Der Maler Lorenz Quaglio (aus München) hat uns mit der lobenswertesten und wertvollen Beschreibungen verschafft. Volkskundler und Trachtenkundler sind dafür besonders Dankbar denn, die Zeichnungen sind nicht nur fachmännisch ausgeführt aber enthalten auch wichtige informative Details, wie der Ort , Datum des Bildnisses und den Namen des menschlichen Motivs (portrayal ). Quaglio hat immer verzierte Hosenlatz gezeichnet z.B. „Junger Bauer aus der Jachenau „ und erst im 1853, erschien bestickte Hosen und zwar „ Das Scheibenschießen“ in Dem einen Mann, den grüne bestickte Lederhosen trägt, dargestellt wurde. Deshalb, bei näherer Betrachtung der Arbeit Quaglios, darf man davon ausgehen, dass Stickerei auf Lederhosen nur in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgetaucht ist.

 

 

Lorenz Quaglio: Kasper Bauer von Schliersee, den 21. August 1824

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